Malgründe
Das Malen ist eine Leidenschaft, die mich fortwährend
drängt, Gesehenes auf Darstellbarkeit zu überprüfen. Das ständige Suchen nach
neuen Möglichkeiten, das Ausprobieren von Form und Farbe ist wie das Eintauchen
in eine fantastische Welt, ein Wechselspiel der Gefühle zwischen Verzweiflung
und Genugtuung und ein ständiges Austarieren von Verstand und Gefühl.
Dabei ist es unerheblich, ob die Darstellung eine gegenständliche
oder abstrakte ist.
Obwohl es den Anschein von absoluter Modernität hat, sich
bildnerisch ungegenständlich zu äußern, ist meine Bildsprache im Wesentlichen
eine gegenständliche. Die gegenständliche Malerei hat heute im Zeitalter
moderner Medien nach meinem Dafürhalten ihre Berechtigung in dem Bedürfnis des
Betrachters, Schönheit, Emotionalität oder einer bestimmten Aussage konkrete
Gestalt zu geben. Dies hindert mich nicht daran, abstrakte Malerei zu bewundern,
sofern sie nicht den Verdacht aufkommen lässt, dem Ausspruch von Arnold Böcklin
zu genügen, der da lautet: "Nichts können ist noch lange keine neue Richtung".
Nachdem ich viele Jahre vorzugsweise mit Öl und Pastellkreiden
gearbeitet hatte, hält mich seit einigen Jahren die Aquarellmalerei in ihrem
Bann. Diese Technik, gekennzeichnet von der Möglichkeit, spontanen Eindruck
schnell umzusetzen, birgt die Gefahr, gelungene "Aquarelleffekte" zum Bildinhalt
werden zu lassen. Ein wirklicher Anspruch ist es, das Aquarellieren als ein
Mittel optimaler Bildgestaltung zu entwickeln.
Das Aquarell mit seinen begrenzten
Korrekturmöglichkeiten ist hinsichtlich dieser Zielstellung eine besondere Herausforderung,
die mich immer aufs neue reizt.
Gleichzeitig operiere ich mit anderen Techniken, gegenwärtig verstärkt mit Acryl.
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